Dbox 2 History und die Alternative mit Linux Neutrino
Die im deutschsprachigen Raum vermarktet und in sehr großen Mengen produzierte d-box 1 war der erste DVB-fähige Receiver. Mit der Entwicklung und Produktion wurde zunächst die Firma Nokia von dem Pay-TV Anbieter DF 1 beauftragt. Später wurden sie auch von Premiere, ORF und der Deutschen Telekom für das eigene Programm genutzt. Als sich DF1 und Premiere zusammenschlossen, konnte man den Decoder in Verbindung mit einem Abonnement mieten. Unter dem Markennamen D-Box durften auch nach der Fusion die Hersteller wie Philips und Sagem Decoder in großen Mengen produzieren, was sich aber jedoch nur auf den Nachfolger , der D-Box 2 beschränkte. Die Produktion der Geräte wurde 2001 eingestellt, die noch von Premiere und einzelnen Fachhändlern angebotenen Geräte sind Rückläufer ehemaliger Mietgeräte und heute noch im freien Handel erhältlich. Der Wertverfall der D-Boxen ist im Vergleich zu anderen Set-Top-Boxen erstaunlich langsam. Demnach werden in Online – Auktionshäusern und beim Kauf von Gebrauchtgeräten recht hohe Preise gezahlt. Der Grund liegt auf der Hand, denn dank findiger Linux-Tüftler und der Tatsache, dass die D-Box 2 über eine 66 MHz Power PC-CPU von Motorola verfügt, lässt sich seit einigen Jahren die D-Box 2 auch unter Linux mit entsprechenden Benutzeroberflächen (Neutrino) betreiben, von denen es gleich mehrere gibt. Die am weitesten verbreitete GUI ist Neutrino, die vor allem durch einen funktionalen, schlichten und übersichtlichen Aufbau sehr großen Anklang findet. Nicht zuletzt wegen schnellerer Bedienbarkeit, durchdachter Benutzerführung und zahlreichen Features (Streaming Video, Aufnahme über Ethernet, schnelle Kanalsuche usw.) ist sehr schnell eine große Fangemeinde entstanden. Die Originalsoftware Betanova, welche in Java geschrieben wurde, ließ die Dbox 2, nicht zuletzt auch wegen stagnierender Weiterentwicklung, schnell an ihre Grenzen stoßen. Auch an der Hardware der Dbox 2 wird weiter getüftelt. So ist es Bastlern gelungen ein IDE-Interface zu entwickeln, der es ermöglichst die Box als digitalen Festplattenvideorecorder zu betreiben. An Funktionen wie Timeshift wird derzeit noch gearbeitet. Um nun letztendlich in den Genuss dieses Linux-Betriebssystems zu kommen, muss die Dbox-2 in den Debug-Mode versetzt werden. Nach entsprechender Modifizierung besteht jedoch kein Garantieanspruch mehr, da unter Umständen und je nach Vorgehensweise gewisse vorübergehende Eingriffe an der Hard- und Software vorgenommen werden müssen und dieser Eingriff nachvollziehbar bleibt.
